FC St. Pauli – Our world is braunweiß


Wenn „Hells Bells“ von AC/DC erklingt, dann herrscht Gänsehautstimmung am Millerntor. Der FC St. Pauli, einer der eigenwilligsten Fußballvereine der Bundesliga, feierte im Mai 2010 zugleich seinen 100. Geburtstag und den Aufstieg in die 1. Liga.

„Non established since 1910“ – so das Selbstverständnis der Kicker vom Hamburger Kiez. Obwohl der Club nicht zur internationalen Spitze zählt und auf eine bewegte Geschichte mit vielen Auf- und Abstiegen blickt, hat der Verein mit rund 11 Millionen Fans weltweit überraschend viele Sympathisanten. Mit kompromissloser Unterstützung und ausgeprägter Selbstironie bekennen sich die Anhänger zu ihrem Verein. „The most Rock´n Roll Club in the world“, schrieb das britische Fußballmagazin “FourFourTwo” dazu.

Geprägt ist der FC St. Pauli durch den gleichnamigen Stadtteil – Hafen, Rotlichtmilieu, linksalternative Szene und ein schwieriges soziales Umfeld drücken dem Club ihren Stempel auf. Diese besondere Kultur steht aber auch für das St. Pauli-Prinzip: Solidarität, Toleranz, soziales Engagement und eine liberale Haltung zeichnen Club und Fanfamilie aus. Entsprechend unangepasst, unbequem und eigenwillig begründet der Verein damit auch seine besondere Faszination, die für viele Fans zur Lebenseinstellung geworden ist.

Der einstmals als „chaotischer Kiezclub“ belächelte Traditionsclub steht heute erfolgreicher denn je da – gesellschaftlicher Akteur, Impulsgeber im Profifußball, Sozialarbeiter und Rückkehrer in die 1. Liga.

Zum 100. Geburtstag galt nun der Grundsatz des Vereins auch für das Feiern: „Warmmachen, Rausgehen, Weghauen“. Ein Ständchen zum Geburtstag brachten langjährige Weggefährten und Unterstützer aus der Indieszene: The Real McKenzies aus Kanada, Panteon Rococo aus Mexiko, Talco aus Italien, Bela B. von Die Ärzte, Fettes Brot sowie Hamburger Urgesteine der Punkszene wie Slime, Kettcar, The Phantastix. „Die Symbiose Fußball und Rockmusik hat gerade erst angefangen!“, erklärte Bela B. dazu in einem Interview mit der Hamburger Morgenpost. Über 100 Bands weltweit haben dem Club bereits einen eigenen Song gewidmet – mehr als dem FC Barcelona, Manchester United und Inter Mailand zusammen.

Und die Fans? Deren Schlachtenrufe und Gesänge sind durchaus nicht immer harmonisch und schön, aber dafür umso lauter und leidenschaftlicher. Passend zum Millerntor – St. Pauli rockt auch 2011.

GEPOSTET VON RALF FALBE, Fotos: (c) Ralf Falbe

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