Die Haardiebe unterm Zuckerhut


KopfhaarWeltweit herrscht eine rege Nachfrage nach Echthaar – Extensions sind global angesagt. Allein die USA importieren jährlich Haare im Wert von rund 1 Million Euro, aber auch in Großbritannien, Nigeria oder Deutschland boomt das Geschäft mit den hippen Echthaarverlängerungen. So werden im Vereinigten Königreich jedes Jahr bis zu 70 Millionen Euro allein mit Naturhaar umgesetzt. In den Friseurgeschäften von Lagos gehört dieses Beauty-Accesssoire ohnehin zu den unverzichtbaren Statussymbolen, gilt eine afrikanische Frau hier doch erst mit langer, dichter Mähne als begehrenswert und attraktiv.

Ein lukrativer Markt also, der zu einem lohnenden Geschäft auch für Banditen in ganz Südamerika geworden ist. Denn die Spendenbereitschaft hält sich hier in Grenzen – zu wichtig ist den einheimischen Frauen ihre eigene üppige Haarpracht. Also ziehen die Haardiebe in Brasilien, Venezuela oder Argentinien nachts mit rostiger Schere oder Klappmesser los. Und der Schwarzmarkthändler fragt nicht lange, woher die schönen Strähnen wohl stammen könnten. Menschenrechtsorganisationen raten bereits Frauen in Südamerika, sich ihr Haar einfach selber abzuschneiden, um Verletzungen bei Überfällen vorzubeugen. Eine haarige Angelegenheit, die auch uns Europäer etwas angeht.

© Text u. Foto by Ralf Falbe 12/2014

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Kategorien:Lateinamerika

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