Nepal: Drei Monate nach dem Erdbeben


UNI189481Drei Monate nach dem schweren Erdbeben in Nepal brauchen Hunderttausende Kinder laut UNICEF weiter dringend Hilfe. Es fehlen nach wie vor sichere Unterkünfte, Nahrung, Wasser, medizinische Versorgung sowie Notschulen. Schon vor dem Erdbeben war Nepal ein sehr armes Land, doch in Folge der Katastrophe sind viele Menschen noch tiefer in die Armut gerutscht. „Wir wissen, dass arme Familien in harten Zeiten oft auf Überlebensstrategien zurückgreifen müssen, die für ihre Kinder unwiderrufliche negative Folgen haben können – sie reduzieren zum Beispiel die Essensmenge, geben weniger Geld für Gesundheit und Bildung aus oder schicken ihre Kinder zum Arbeiten“, sagt Tomoo Hozumi, Leiter des UNICEF-Büros in Nepal. Durch die Not steigt auch die Gefahr, dass Kinder ausgebeutet, missbraucht oder Opfer von Kinderhandel werden.

Obwohl sich die humanitäre Situation in den vergangenen drei Monaten auch dank vieler Spenden aus Deutschland deutlich verbessert hat, wird Nepal noch auf längere Sicht auf Hilfe angewiesen sein. Mehr als 600 Kinder sind durch das Erdbeben zu Halbwaisen oder Waisen geworden. 10.000 Mädchen und Jungen sind akut mangelernährt, mehr als 1.000 von ihnen lebensbedrohlich. Fast 900.000 Häuser und 32.000 Klassenräume wurden zerstört oder schwer beschädigt. Viele Kinder sind laut einer Befragung, die UNICEF gemeinsam mit Plan International, Save the Children und World Vision durchgeführt hat, zutiefst verunsichert.

Ein kleiner Junge aus Nuwakot erzählte: „Unsere Unterkunft ist nicht sicher vor starken Stürmen. Wir mussten eine ganze Nacht wach bleiben und die Planen festhalten, damit sie nicht wegfliegen.“ Ein Mädchen aus Sindhupalchowk macht sich Sorgen um ihre Sicherheit: „Unter freiem Himmel zu leben macht die Gefahr größer, missbraucht zu werden.“ Die befragten Kinder wünschen sich vor allem Wohnhäuser und Schulen, die erdbebensicher sind.

Um die größte Not der betroffenen Familien zu lindern, stellt UNICEF 330.000 Haushalten mit geschätzten 450.000 Kindern insgesamt 15 Millionen US-Dollar Soforthilfe in bar zur Verfügung, die durch bestehende Sozialhilfe-Einrichtungen verteilt werden. Darüber hinaus hat UNICEF seit April rund 1.000 Tonnen Hilfsgüter bereitgestellt, darunter Zelte, Medikamente, Hygieneartikel sowie Schul- und Spielsachen. 650.000 Menschen wurden mit Trinkwasser versorgt. Mit Unterstützung von UNICEF können 100.000 Kinder in Notschulen ihre Bildung fortsetzen, und 30.000 Kinder haben psychosoziale Hilfe erhalten.

Quelle: Pressemitteilung von UNICEF, Foto © UNICEF/UNI189481/Kark

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Kategorien:Asien

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